OMG. Wirklich. OMG. Heute startete die Facebook-Developer Konferenz f8. In der Keynotespeech stellte Mark Zuckerberg die neuen Facebook-Features vor. Und das Ding rockt! Überlegungen zur Anwendung in der politischen Kommunikation.
Facebook basiert seit einiger Zeit auf Open Graph. So wie ich das verstehe, ein Alogorithmus, der den User_innen erlaubt Dinge im Web zu verbinden. Spannende Sache, nur bald von gestern.
Mit den Neuerungen am Social Graph wird es möglich werden, nicht nur Dinge zu teilen und bestenfalls zu kommentieren, sondern ad hoc und live in die Aktivität einzusteigen. Präsentiert wurde diese Funktion anhand der Facebook-App von Spotify. Konnte man im alten Facebook noch Musik teilen, so können jetzt Freund_innen synchron in das Musikerlebnis einsteigen. Hörst du gerade ein Album von REM? Dann klick ich drauf und hör mit.
Copyright? Facebook schreitet zum Kampf.
Spannend wird die Frage nach dem Urheber_innenrecht. Leider wurden darauf keine wirklich Antworten gegeben, aber es klingt ganz danach, als würde der Konzernriese den Copyright-Ritter_innen den Kampf ansagen. Denn ohne eine flexibleren und offeneren Umgang mit Lizenzrechten wäre die komplette Entwicklung auf Facebook – gelinde gesagt – umsonst. Auf die konkrete Umsetzung darf man mehr als gespannt sein.
Action! Oder was das alles der politischen Kommunikation bringen kann.
Jetzt liegt es an den Strategie-Masterminds dieser Welt ein entsprechende Konversion auf den Bereich der politischen Kommunikation zu finden. Eine grundlegende Erkenntnis hat sich mir als technischen Laien trotzdem eingestellt:
Soziale Netzwerke werden in Zukunft nicht mehr Ort der politischen Interaktion sein, sondern Ort der politischen Aktion. Oder anders gesagt: Weg von der Kommunikation, hin zur Bewegung.
Das ist jetzt aber nicht als letzter Sargnagel der Offline-Politik zu verstehen, sondern vielmehr als Katalysator. Live und Synchron-Erlebnisse von Demonstrationen, die weit über das alter Veranstaltungformat hinausgehen. Möglichkeiten wie Livestreams und Livepics, Bewegungsprofile (ala wo befindet sich der Demo-Zug gerade), eingebundene Newsticker und Microblogs über das Geschehen und vieles mehr können zur erfolgreichen offline Aktivität vielseitig beitragen.
Ich denke da auch an Apps für Petitionen, Leser_innenbriefe, Spendenkampagnen und zig andere Dinge.
Ich freue mich auf den Tag, wo ich auf Facebook mitlesen kann, was eine Freundin in einen Leserinnenbrief an ein Medium schreibt und ich mich kurzerhand entschließen kann, diesen Brief mitzuunterzeichen oder ihn an andere Medien zu schicken.
Ach, ich bin begeistert.
Copyrights auszuhebeln dürfte schwierig werden und ich bin eigentlich dagegen, dass Facebook da den weißen Ritter spielt. Es ist über Staatengrenzen hinweg kaum zu machen. In Deutschland würde die GEMA das einfach nicht zulassen und andere Staaten sind ähnlich positioniert.