Iuventas Doris Hummer. Über die Jugendpolitik der OÖVP.

Es ist eine Schande. Ein Höhepunkt des Fremdschämens. Jedoch kann bei derartiger Themenverfehlung keine Schadenfreude aufkommen. Es ist vielmehr anzukreiden, wie die oberösterreichische ÖVP Jugendpolitik auffasst. Denn ehrlich gesagt, liebe Mit-Jugendlichen, da können wir einpacken. Und doch kann man sich bei derart infamer Blödheit ein Schmunzeln kaum verkneifen.

Heute startete die neue Kampagne von Landesrätin Doris Hummer zum Thema Jugend und Politik. In ihren Presseunterlagen war sie redlichst bemüht auf die Dringlichkeit der einer besseren Einbindung von Jugendlichen in die Politik. Schön unterfüttert mit Daten und Statistiken. Da bin ich voll bei ihr und, andere politische Partei hin oder her, da gehört etwas getan. Egal von wem.

Das können sie nicht ernst meinen.

Umso mehr war dann die entsetzte Ernüchterung als ich dann einen Blick auf die Kampagnenseite www.wir-sind-zukunft.at warf. Denn diese ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich politische Kommunikation ohne Hirn und Inhalt selbst vernichtet.

Auf der Facebook-Präsenz findet sich auf der Startseite folgender Slogan:

Ans wiss ma ganz gwiss: Laare Sprüch hom kan Riss. Zukunft is uns wichtig, drum poste jetzt mal richtig!

Abgesehen von dem – naja, nennen wir ihn, ruralen – Charme dieses Merksatzes, ist er doch sehr schlagkräftig. Und zwar als Gegenargument. Denn was die Kampagne in punkto leeren Sprüchen zu bieten hat sucht seinesgleichen.

Jugendpolitik zum Fürchten.

Die Kampagnenseite beinhaltet folgende Inhalte:

Ein Absatz Statement von Doris Hummer, eine ganze Seite von zu gewinnenden Preisen, ein Formular, um Sprüche einzusenden, ein Beitragsseite mit dem klingenden Namen “Mitgmacht hom scho” und ein Menüpunkt, der mit einem verheißungsvollen “Hast du Fragen?” auf das Impressum und die AGBs des Gewinnspiels leitet.

Ok. Was fällt auf?

Erstens, es findet sich nirgends, aber auch wirklich nirgends, irgendein Nebensatz, was denn genau mit den Vorschlägen der Jugendlichen passieren wird. Ach ja doch, die Beiträge werden per Zufallsgenerator beim Gewinnspiel gelost. Soviel, Frau Hummer, zum Punkto “Laare Sprüch ham kan Riss,..”

Zweitens, Grauen ist gar kein Ausdruck. Denn, wenn das Einzige, das der regierenden Partei in Oberösterreich zu Jugendpartizipation einfällt ein Gewinnspiel ist. Na dann, Prost. Aber wirklich. Da wundert es mich auch nicht mehr, wenn Komatrink-Feste und Flatrate-Parties als gängige Jugendarbeit bei JVP und Landjugend gesehen werden.

Und drittens, macht mich das als jungen Bürger und denkenden Menschen so unglaublich wütend, wie hier versucht wird mit billiger Bauernfängermethode und tollen Preisen Jugendliche einzufangen. Anstatt sinnlos Geld für diese Scheiße auszugeben, könnte sich Frau Hummer, immwerhin Landesrätin für Jugend, zum Beispiel in ihrem Umfeld für die Stärkung des OÖ-Jugendbeirates einsetzen. Das wär ein Sache für mehr Jugendpartizipation. Nur eine schöne Homepage ist halt öffentlichkeitswirksamer. Das ist infam und so banal, das es nicht mal mehr als Populismus zu beschimpfen wäre. Das ist, Frau Hummer, eine billige Schande.

1 Kommentar

Eingeordnet unter Die böse Seite, Fremdschämen, In eigener Sache, Lokale Dimensionen

Eine Antwort zu Iuventas Doris Hummer. Über die Jugendpolitik der OÖVP.

  1. Was einfach fehlt ist, dass das Netz auch jede Menge Chancen für politische Partizipation und Kommunikation bietet.

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