Um diesen Blog zumindest den Anschein von Aktualität zu verleihen, habe ich mich kurzum entschlossen heute mal eine kleines Essay aus meinen mehr oder weniger erfolgreichen Studium zu posten:
Der mediale Diskurs der letzten Jahre war geprägt von der Krise. Die Krise war in aller Munde und wurde oft debattiert. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zog in die Betriebe ein und der klassische Keynesianismus wurde wieder salonfähig.[1] Die Rufe nach einer Regulierung der Finanzmärkte mehrten sich und mittlerweile ziehen auch die EU-Staaten erste Konsequenzen wie etwa den Stresstest für europäische Banken. Einzig eine Sache wurde selten diskutiert. Warum treibt es uns Schweißperlen an die Stirn, wenn in den USA Häuserkredite nicht mehr gedeckt werden können und ist es uns aber gleichzeitig vollkommen gleichgültig, wenn dort Kollektivlöhne gesenkt werden? Warum ruft niemand dazu auf, Arbeitnehmer_innenverbände global zu organisieren und als Gegengewicht zum entfesselt wirkenden Kapital zu installieren? Kurzum: Kann man Solidarität globalisieren? Im nachfolgenden Text versuche ich zu erläutern was 1. im wissenschaftlichen Kontext unter Solidarität verstanden werden kann, 2. welche Theorien der Internationalen Politik Solidarität als Konzept kennen, 3. anhand der österreichischen Sozialpartner_innenschaft warum es eine derartige Diskrepanz zwischen Kapital und Arbeit in ihrem Status der Globalisierung im Kontext von Solidarität gibt und 4. welche Institution in Zukunft eine tragende Rolle im Prozess der Globalisierung der Solidarität spielen werden (könnte). Weiterlesen